Französische Aussprache-Anleitung
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Die französische Aussprache hat den Ruf, einschüchternd zu sein, und dieser Ruf ist zur Hälfte verdient. Die Laute selbst sind erlernbar; was die Menschen verwirrt, ist die Tatsache, dass die französische Schreibweise selten auf den ersten Blick verrät, welche Buchstaben man tatsächlich aussprechen soll. Sobald man die wenigen grundlegenden Regeln kennt, wird die Sprache viel vorhersagbarer, als es zunächst den Anschein hat.
Beginnen wir mit den stummen Buchstaben. Als Faustregel gilt: Am Wortende werden Konsonanten im Französischen nicht ausgesprochen – das -s in „vous“, das -t in „chat“, das -d in „grand“ bleiben alle stumm. Die großen Ausnahmen sind die Konsonanten im Wort CaReFuL: c, r, f und l werden am Wortende meist gesprochen. „Bonjour“ behält sein r; „avec“ sein c.
Dann gibt es die nasalen Vokale, den Klang, der am stärksten mit einem französischen Akzent verbunden wird. In Wörtern wie „bon“, „vin“ und „un“ wird der Vokal teilweise durch die Nase gedrückt, und das folgende n oder m wird überhaupt nicht als separater Konsonant ausgesprochen. Der Trick besteht darin, die Luft in der Nase mitschwingen zu lassen, während man den Vokal sagt, und dem Impuls zu widerstehen, den Mund beim n wirklich zu schließen.
Die Liaison ist das Merkmal, das gesprochene Französisch fließend macht – und das es zugleich schwer macht, schnell gesprochener Sprache zu folgen. Ein normalerweise stummer Endkonsonant erwacht zum Leben, wenn das nächste Wort mit einem Vokal beginnt. „Vous avez“ wird als „vou-zavez“ ausgesprochen; das stumme -s von „vous“ taucht als z wieder auf, um die Lücke zu überbrücken. Deshalb kann ein Satz, den man perfekt lesen kann, wie ein einziges langes, ununterbrochenes Wort klingen.
Das französische r ist ein eigenes Projekt. Es ist weder das gerollte r des Spanischen noch das harte r des Englischen – es wird im hinteren Rachenraum erzeugt, eher wie ein weiches Gurgeln. Viele Lernende finden es leichter, sich dem Laut anzunähern, indem sie sich vorstellen, sanft den Hals zu räuspern, und diesen Klang dann so weit zu verfeinern, bis er bequem in einem Wort wie „Paris“ oder „rouge“ sitzen kann.
Zuletzt die Betonung. Im Englischen wird eine Silbe stark betont und der Rest fällt ab; im Französischen erhalten alle Silben ungefähr gleich viel Gewicht, mit einer leichten Dehnung der letzten Silbe einer Phrase. Reduziere die Betonung, dehne die Enden und schon klingt selbst ein kleiner Wortschatz überzeugend französisch.
Der schnellste Weg, all das zu verinnerlichen, ist nicht eine Regelliste – es ist, die Muster immer wieder zu hören, bis sie sich normal anfühlen. Genau das trainiert das Karaoke-ähnliche Hören: Die Bindungen, die nasalen Vokale und die wegfallenden Konsonanten sind alle direkt in der Melodie enthalten, wiederholt, bis dein Ohr die Regeln gar nicht mehr braucht.
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